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Was verbirgt sich hinter der "Rotte des Roten Hahns"?
Von der Darstellungszeit her befinden wir uns in der Zeit der Bauernkriege um 1525 in Deutschland. Der Theologe Thomas Müntzer, ein Anhänger der Lehren Martin Luthers, wird zu einem der geistigen Führer der Aufstände gegen das Papsttum, den Ablasshandel und die Adelsherrschaft, bis er nach der verlorenen Schlacht bei Frankenhausen in Thüringen gefangen genommen, gefoltert und hingerichtet wird.
Aus der reformatorischen Bewegung um Martin Luther erwächst schließlich die evangelische Kirche als Abspaltung von der katholischen Kirche.
Der "Rote Hahn" steht sinnbildlich für "Feuer" und bezeichnet in dem damals entstandenen Lied "Des Geyers Schwarzer Haufen" (welches sich auf den Landsknecht-Veteran Florian Geyer bezieht, der einen der Bauern-Haufen anführte) jenes Feuer, das auf die Dächer der katholischen Kirchen getragen werden sollte: "...setzt aufs Klosterdach den roten Hahn..."
In jener Zeit also rotteten sich die Bauern in verschiedenen Teilen Deutschlands zu Bauernheeren zusammen und kämpften gegen die von Adel und Kirche aufgestellten Landsknechtarmeen. Aber auch auf Seiten der Bauern kämpften mitunter Landsknechte, insbesondere Veteranen, die von ihrem Dienst in die Heimat zurückkehrten, denn die meisten Landsknechte kamen aus der Schicht der Bauern. Manche taten es aber auch des Geldes wegen, denn die Landsknechte waren die Söldner des späten Mittelalters, deren Schwert und Lanze denen zur Verfügung stand, die dafür bezahlen konnten.
"Die Rotte des Roten Hahns" stellt einen möglicherweise typischen, durch die Lande ziehenden Haufen von ehemaligen Landsknechten und Landvolk dar, von Söldnern und Bauersleuten. Ihre Waffen sind nicht allein Schwerter und Lanzen, sondern Mistgabeln und Sensen, Äxte und Spieße:
"Spieß voran, drauf und dran, setzt aufs Klosterdach den roten Hahn!"
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